Telekom-Benachrichtigungskarte

Eine Woche und rund zehn Telefonate mit den verschiedenen Hotlines der Telekom hat es gebraucht, daß die bemerken, daß eine Rufsperre auf meinem Anschluß war. ;) OK, von Anfang an:

Ich bin umgezogen und hatte in meiner alten Wohnung, weil ich sie schnell an einen Nachmieter weitergeben konnte, auf dem Telefonanschluß eine Rufsperre einrichten lassen. - Auf diesem Wege möchte ich der Telekom wirklich für den sehr guten und netten Service danken! Ja, ganz ernst und ehrlich! :)

Als ich nun der Anschluß in meiner neuen Wohnung geschaltet wurde, hatte ich komischer Weise das Problem, daß ich zunächst nicht bei mir anrufen konnte. Es kam eine Ansage, daß der Anschluß derzeit nicht verfügbar sei. Komisch, dachte ich mir. Also fuhr ich in die Wohnung und der Anschluß gab zwar ein Freizeichen, ich konnte jedoch nicht hinaus telefonieren. Spätestens nach der dritten gewählten Ziffer ertönte ein Besetztzeichen. War ich froh, daß die Telekom-Hotlines kostenfreie 0800er-Nummern sind. :)

Zuerst wurde mir verwundert mitgeteilt, daß man dafür keine Erklärung hätte, die Leitung sei laut Messung ok, man würde das an die Technik weiterleiten und einen Techniker schicken.
Nun gut, dachte ich, klingt doch schön. Man kümmert sich. :)

Am nächsten morgen, um 8 Uhr 15 klingelte mein Mobiltelefon. Ja, man könne den Fehler so nicht feststellen, ein Techniker müsse vorbeikommen. Es ginge zwar nicht sofort, aber am Nachmittag zwischen 14 und 18 Uhr könne er da sein. Das paßte mir ja nun gar nicht. Erstens, weil ich vier(!) Stunden, etwas sehr ungenau finde und wie solle ich meinem Chef verklickern, daß ich doch heute ab Mittag auf einen Telekomtechniker warten müssen? Der hätte mich sicher unangespitzt in den Boden gerammt. ;)
Also bat ich, im Halbschlaf, den Herren am anderen Ende der Leitung, daß doch bitte auf den Mittwoch, den nächsten Tag, Nachmittag, am Besten gegen 17 Uhr 30 und bitte unbedingt eine halbe Stunde vorher anrufen, damit ich genug Zeit habe, vom Arbeitsplatz zur Wohnung zu kommen. Das wurde mir alles bestätigt.

Mittwoch, 17 Uhr 30, bisher kein Anruf. Ich denke mir, daß ich mal vorsorglich schon einmal losfahre, weil die Techniker gerne pünktlich Schluß machen, und falls er noch anruft. Auf halben Weg zur Wohnung klingelt es. "Guten Tag, ist die Störung noch vorhanden?" - "Wieso? Ich bin gerade auf dem Weg zur Wohnung und habe noch keinen Anruf erhalten und erwarte jeden Moment den Techniker." - "Der hat Sie gestern nicht angetroffen..." - "Wie bitte? Gestern?" - "Ja, ist denn Ihre Störung weg?" - "Nein! Und warum gestern??" - "Ja, sie hatten gestern einen Termin um 17 Uhr 30" - "Ich? Nein! Ich hatte für Mittwoch, heute, einen Termin, nicht für gestern. Außerdem wurde ich selbst gestern nicht, wie vereinbart, nicht von dem Techniker vorher angerufen, wann er bei mir sein könne, sonst wäre ich ja vielleicht gestern noch schnell in die Wohnung gekommen, aber so..."
Und dann kann eine Reaktion, die man deutsch-Serviceorientiert nennen könne oder eher Schuldzuweisung. "Sie hatten gestern einen Termin!" - "Ach, wissen Sie, es hat jetzt keinen Sinn, darüber zu diskutieren. Ich möchte das Problem gelöst haben. Wann kann der Techniker kommen?" - "Hmm... ich werde das an die Technik weitergeben. Sie bekommen dann bescheid."

Nennt man das wirklich "Service"? Etwas sauer wegen der einseitig veränderten Terminabsprache und dann auch in der Wohnung angekommen, fand ich das dreckige Kärtchen des Technikers. Offenbar war da tatsächlich einer da. Aber warum hat er mich nicht wenigstens angerufen?

Also wieder ein Anruf bei der Hotline. Es war Mittwoch. Nachdem ich wieder mit einer Anzahl an Leuten telefoniert habe und auch wieder bestätigt wurde, daß der Anschluß, laut Messung keine Probleme haben sollte, wurde ich stutzig. Ich fragte jetzt schon gezielt, ob nicht vielleicht doch eine Sperre auf der Leitung sei, weil es ja schon komisch ist. Das wurde mir mit den Worte, "ich sehe da nichts", nicht bestätigt. Ich bekam dafür aber nun für Freitag nachmittag einen Termin, weil Donnerstag kein Techniker mehr frei sei. Diesmal wurde das Gespräch sogar zu "Qualitätssicherungszwecken" aufgezeichnet. So arschfreundlich und häufig wurde ich noch nie gefragt, ob ich sonst noch etwas hätte. ;) Ich habe auf beide Nachfragen das gleiche geantwortet und gebeten, daß diesmal der Termin doch bitte eingehalten werden solle und dann auch wirklich vorher ein Anruf passiert. "Ja", wurde mit jedes Mal bestätigt. Ich wünschte einen schönen Abend, in der Hoffnung, daß so eine Termindebakel ja nun nicht zwei Mal in der gleichen Woche passieren könne.

Falsch gedacht! Es war Freitag 17 Uhr 30. Kein Anruf, kein Lebenszeichen der Telekom. Ich machte mich auf den Weg zur Wohnung. 18 Uhr 5. Noch immer nichts. Jetzt wird auch keiner mehr kommen, dachte ich und rief erbost erneut bei der Hotline an und bestand sofort auf eine Klärung, weil ich nun keine Lust mehr hatte, mir nach zwei geplatzten Terminen, jetzt wieder einen Termin geben zu lassen. Frau schaltete mich zur Technik durch. Ein netter Herr meldete sich. Nach einem Eingangsunmutbekunden meinerseits erhielt ich die begeisterte Antwort, "ich habe Ihre Daten noch nicht vor mir..." - "Dann machen Sie das doch bitte. Warum wurde ich denn nicht angerufen? Und warum ist kein Techniker gekommen?" - "Ihr Termin ist auf Montag verlegt worden. Haben Sie denn keine SMS bekommen?" - "Nein" - "Dann kommt sie wohl jeden Moment." - "Wissen Sie wie spät es ist? Der Termin sollte bis jetzt gewesen sein und Sie schicken mir jetzt erst eine SMS, um mich zu informieren, daß der Termin heute nicht geklappt hat?? Das ist ja wohl eine Frechheit! Ich warte vier lange Stunden auf einen Anruf und nach verstreichen der Frist soll ich eine SMS bekommen, die ich bis jetzt noch nicht erhalten habe? Können Sie sich nicht _vorher_ melden?" - "Naja..." - "Na gut, also was ist jetzt mit meinem Anschluß?" - "hmmm, soweit ich sehe, ist Ihr Anschluß in Ordnung" - "Und warum kann ich nicht angerufen werden und warum nicht hinaustelefonieren?" - "Haben Sie Ihre Geräte überprüft?" - "Ja" - "Vielleicht ist es defekt." - "Glaube ich nicht, vor dem Umzug haben noch alle Geräte funktioniert. Liegt es vielleicht an einem defekten NTBA oder Splitter?" - "Könnte sein, aber überprüfen Sie doch mal Ihre Geräte. Leihen Sie sich von einem Bekannten oder Nachbarn ein Gerät und testen sie es." - "hmmm..." - "Warten Sie mal... haben sie die ISDN-Geräte richtig eingestellt?" - "Ja" - "... ich versuche Sie mal anzurufen..." - Es klingelt?! Es klingelt! :) "OK, das ist ja fein. Jetzt funktioniert es. Was war es?" - "Ich weiß nicht?" - "Defekter NTBA oder Splitter oder eine Rufsperre?" - "Testen Sie mal mit anderen Geräten." - "Und wenn es trotzdem nicht geht, soll ich wieder anrufen?" - "Ja"

Es funktionierte nicht. Also wieder ran an die Hotline und diesmal war ich auf 180. So schnell hat man mich noch nicht in die Technik durchgeschaltet. ;) Bevor ich etwas sagen konnte, eine Dame, die etwas kleinlaut von sich gab: "Herr ... , da wird gerade an einem Bauteil gearbeitet.." - "Ist das das Problem?" - "Weiß ich nicht. Könnte sein." - "Ist das die Ursache, warum ich seit Montag nicht telefonieren kann?" - "Kann ich nicht sagen." - "Wenn Sie mir jetzt bestätigen, daß das die Ursache ist, dann ist es ja OK, aber warum wird mir davon nichts gesagt? Bis wann sind die Arbeiten den voraussichtlich fertig?" - "Kann ich nicht sagen." - "Bis morgen?" - "Mit Sicherheit schon heute Abend." Ich lies es darauf beruhen und wollte es am Wochenende überprüfen.

Sonntag, der siebte Tag. Noch immer keine Möglichkeit hinaus zu telefonieren. Inzwischen habe ich eine Weiterleitung über meine ISDN-Anlage eingerichtet. Eingehende Anrufe wurden wunderbar angenommen, aber eine Weiterleitung auf einen externen Anschluß, wurde unterbrochen.

Ich rief wieder bei der Hotline an. Eine Sperre auf dem Anschluß wurde wieder nicht bestätigt. Wieder ein "ich sehe da nichts". Ich bat den Herren, mir, im Falle eines notwendigen Austausches von NTBA oder Splitter, mir die Geräte per Post zu senden, ich brauche keinen Techniker - es ist bestimmt schon der zehnte Splitter und der fünfte NTBA, den ich habe. ;) "Das ist eine guter Hinweis, danke", sagte der Herr.

Montag acht Uhr und ein paar Zerditschte. Mobiltelefon klingelt. "Herr ... sie haben eine Rufsperre auf Ihrem Anschluß." - "Aha??? Dafür brauchen Sie eine Woche, um das herauszufinden?" - "Um die Sperre zu entfernen, müssen Sie die Service-Hotline anrufen und dann wird Ihnen der Anschluß freigeschaltet. Warum hatten Sie eigentlich eine Sperre?" - "Gute Frage! Warum?" - "Ja, warum?" - "weiß ich doch nicht, warum sie mir eine Sperre geschaltet haben. Ich habe vor zwei Monaten, als ich die neue Anschrift im T-Punkt angegeben habe auch darauf hingewiesen, daß die Anrufsperre natürlich nicht auf den neuen Anschluß mitgenommen werden soll." - "Und warum hatten Sie sie?" - "Genau das ist meine Frage, warum wurde sie geschaltet?" - "Kann ich Ihnen nicht sagen." - "Und warum hat Ihr Haus eine ganze Woche gebraucht, um das herauszufinden? Ich habe sogar mehrfach nachgefragt, ob es nicht eine Sperre sei und man hat mir das jedes Mal verneint." - "Kann ich Ihnen nicht sagen." - "OK, Hauptsache, das ist jetzt wirklich die Ursache. Danke."

Am Nachmittag habe ich dann einen kurzen Anruf bei der Hotline hinter mich gebracht, wurde noch einmal gefragt, warum ich die Sperre gehabt hätte, "weiß ich nicht", und nach drei Tagen ging es endlich, das Telefonieren.

Unglaublich, was für ein umwerfendes Kommunikationssystem die Telekom da laufen hat. ;)